Schwerpunktfach Russisch
I) Wozu nützt es? Was kann man damit anfangen?
Die Frage nach der praktischen Anwendbarkeit der in einem SPF vermittelten Inhalte und Kompetenzen steht bei vielen Schülerinnen und Schülern, die sich für ein SPF entscheiden müssen, verständlicherweise an erster Stelle. Auf den ersten Blick scheint Russisch dabei schlecht wegzukommen, denn wo und bei welchen Anlässen kann man in unseren Breiten diese Sprache schon anwenden? Der Einwand, der in dieser Frage mitklingt, ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. Doch möchte ich dem folgende Erwägungen entgegenhalten und zu bedenken geben:
- Die russische Sprache rangiert nach der Sprecherzahl bemessen auf Platz 6 unter den Weltsprachen, also weit vor Deutsch, Französisch oder Italienisch.
- Russisch ist offizielle Sprache zahlreicher internationaler Organisationen wie z. B. der UNO.
- Der wirtschaftliche und politische Stellenwert Russlands innerhalb der Staatengemeinschaft ist enorm und wird mit Sicherheit weiter zunehmen. Die Beherrschung dieser Sprache wird daher in bestimmten Bereichen wie z. B. der Wirtschaft von grossem Nutzen sein.
- Die Gelegenheit, diese Sprache unter so günstigen Unständen zu erlernen, wird später nicht ohne Weiteres wiederkehren.
II) Ist es denn neben der Nützlichkeit auch interessant, vielleicht sogar spannend, diese Sprache zu erlernen?
Neben Schülerinnen und Schülern, die sich in ihrer Entscheidung zugunsten eines SPFs eher von praktischen Beweggründen leiten lassen, gibt es ja auch solche, die ein Fach aus rein theoretischem Interesse am Gegenstand, d. h. um seiner selbst willen, wählen. Diese Motivation steht der ersten keineswegs nach und erst recht nicht im Widerspruch zu ihr. Dabei kommt der russischen Sprache durchaus der Reiz des Fremden, ganz Neuen, ja vielleicht Exotischen zugute. Und in der Tat ist es etwas Spannendes, sich einmal mit einer Sprache auseinanderzusetzen, die in vielerlei Hinsicht anders strukturiert ist als die in unserem Kulturkreis vorherrschenden Sprachen der romanischen und germanischen Sprachgruppen. Zu erfahren, welche eigentümlichen Wege eine slawische Sprache, die ja wie die vorgenannten Sprachgruppen zur indogermanischen Sprachfamilie gehört, beschritten hat, um sprachliche Mittel zur Wiedergabe von Gedanken und realen Verhältnissen hervorzubringen, ist ein bereicherndes Erlebnis, welches unseren Horizont erweitert und unseren Blick schärft, indem es uns die Relativität der sprachlichen Ausdrucksformen unserer Muttersprache und anderer uns bereits bekannter Sprachen vor Augen führt.
Um sich vor dieser so wichtigen und schwierigen Entscheidung selbst ein Bild zu machen, sind Interessenten eingeladen – wie bereits geschehen –, in den laufenden Kurs, bestehend aus zehn Schülerinnen und Schülern, hereinzuschauen. Dort sowie auf der anberaumten Informationsveranstaltung wird dann Gelegenheit sein, im Einzelnen auf sämtliche anstehenden Fragen einzugehen.
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