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Menschenbilder wichtiger Psychologinnen und Psychologen


Tiefenpsychologie, z. B. S. FREUD: „Der Mensch ist ein Energiesystem, gelenkt von sexuellen und aggressiven Trieben; er funktioniert nach bestimmten Gesetzmässigkeiten, ist sich aber oft der Kräfte nicht bewusst, die sein Verhalten bestimmen und ist grundsätzlich in Konflikt mit den Einschränkungen, welche die Gesellschaft seinen Triebäusserungen auferlegt.“ (Aus: HOBMAIR, H. et al., 2003 Psychologie, 3. Aufl., p. 45–46. Köln: Stam.)

Behaviorismus, z. B. J. B. WATSON: „Die erste Annahme ist, dass nahezu jedes Verhalten erlernt ist. Die Antwort auf die Frage, was Psychologen studieren sollten, ist, den Lernprozess zu erforschen. Gegenstand der Psychologie sind ausschliesslich objektiv beobachtbare Reizsituationen und die darauf folgenden Reaktionen. Wir gehen davon aus, dass alles Verhalten erlernt ist und auch wieder verlernt werden kann.“ (Aus: HOBMAIR, H. et al., 2003 Psychologie, 3. Aufl., p. 45–46. Köln: Stam.)

Kognitivismus, z. B. J. DEWEY: „Im Gegensatz zu anderen betont die kognitive Therapie die internen (mentalen) Erfahrungen und Erlebnisse des Patienten, wie zum Beispiel Gedanken, Gefühle, Wünsche etc. Man könnte sagen, die gesamte Strategie dieser Richtung stellt die empirische Forschung von automatisch ablaufenden Gedanken und Schlussfolgerungen in den Vordergrund.“ (Aus: HOBMAIR, H. et al., 2003 Psychologie, 3. Aufl., p. 45–46. Köln: Stam.)

Gestaltpsychologie, z. B. W. KÖHLER „Die grundlegende Fragestellung der Gestaltpsychologen behandelt die Art und Weise, wie Menschen Probleme lösen; die vereinfachte Antwort lautet: Sie lösen Probleme durch Einsicht, welche die Wahrnehmung von Beziehungen miteinbezieht [...] Drei Begriffe sind besonders  wesentlich, da sie die Schlüsselwörter der Gestaltpsychologie darstellen: Einsicht, Wahrnehmung und Problemlösung [...] Es ist daher nicht überraschend, dass eine Möglichkeit, die Gestaltpsychologie zusammenzufassen, darin besteht, sie anhand von Gesetzen der Wahrnehmung zu beschreiben.“ (Aus: LEFRANCOIS, G. R., 2003 Psychologie des Lernens, 3. Aufl., p. 97. Berlin: Springer.)

Humanistische Psychologie, z. B. C. R. ROGERS: „Ich betrachte die Verwirklichungstendenz im menschlichen Organismus als Grundlage für die Motivation. So vertrete ich die Ansicht, dass es eine zentrale Energiequelle im menschlichen Organismus gibt, nämlich eine zuverlässige Funktion des ganzen Organismus und nicht nur von einzelnen Teilen. Am besten wird dies vielleicht aufgefasst als eine Tendenz zur Erfüllung, zur Verwirklichung, nicht nur zur Erhaltung, sondern auch zur Steigerung des Organismus.“ (Aus: HOBMAIR, H. et al., 2003 Psychologie, 3. Aufl., p. 45–46. Köln: Stam.)

„Die meisten von Euch behandeln arme oder kranke Einzelpersonen, ohne ihre Familienbeziehungen zu sehen. Wir behandeln die Familie als Ganzes, meist mit dem Ziel, sie zu erhalten, manchmal aber auch, um bei der Auflösung zu helfen.“ (Aus: HOBMAIR, H. et al., 2003 Psychologie, 3. Aufl., p. 45–46. Köln: Stam.)

Konstruktivismus, z. B. H. MATURANA: „Unser Vorschlag ist, dass Lebewesen sich dadurch charakterisieren, dass sie sich – buchstäblich – andauernd selbst erzeugen. Darauf beziehen wir uns, wenn wir die sie definierende Organisation autopoietische Organisation nennen. (griechisch auto = selbst, poiein = machen).“ Jedes Tun ist ein Tun des Erkennenden. (Aus: MATURANA, H. R. & VARELA, F. J., 1984 Der Baum der Erkenntnis, p. 50–51. Bern: Scherz.)


NEUROPSYCHOLOGISCHE SICHTWEISE, z. B. M. SPITZER: „Denn die Welt, wie wir sie erfahren, entsteht vor allem in unseren Köpfen. Das Gehirn bearbeitet die Rohdaten, die ihm die Sinnesorgane übermitteln, in sehr vielen Schritten. Das ist schon bei den einfachsten Vorgängen der Fall. Wenn wir einen Film sehen, erzeugt das Gehirn automatisch die Vorstellung, dass die Schauspieler sich bewegen, obwohl es sich nur um flimmernde Einzelbilder handelt [...] Beim Menschen mit seinem komplexen Nervensystem kommen auf jedes äussere Signal mehrere Millionen inwendige Impulse – unser Hirn ist ein Organ, das sich vor allem mit sich selbst beschäftigt; Empfindungen sind zum grössten Teil hausgemacht.“ (Aus: KLEIN, S., 2004 Die Glücksformel, 4. Aufl., p. 70–71. Hamburg: Rowohlt.)

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